Wie bin ich zum Malen gekommen?
Wie jedes Kind drückte ich mich über das kreative Gestalten aus um Erlebtes zu verarbeiten.
Während meiner 4-jährigen Ausbildung zur Kindergärtnerin, wo das Kreativ-Sein ein wichtiger Ausbildungsschwerpunkt war und ist, erwarb ich Kenntnisse über verschiedene Maltechniken.
Das Resultat war, dass ich Bildnerische Erziehung als Wahlfach für meine Diplomprüfung nahm, sie mündlich und zeichnerisch ablegte.
Den Kindern im Kindergarten bot ich von da ab unterschiedliche Materialien und Techniken an, doch ich wollte auch selber tätig sein.
Ich malte und zeichnete in meiner Freizeit weiter, doch als ich eine Familie gründete, stand das Malen einstweilen im Hintergrund.
Nach einigen Jahren, nachdem sich mein Sohn trotz seines sehr schwierigen Lebensstarts, gut entwickelte, nahm ich das Malen wieder auf.
Ich besuchte Kurse an der künstlerischen Volkshochschule in Wien, im Stift Geras und an der Sommerakademie auf Zakynthos.
Ich widmete mich der Bleistiftzeichnung, zarten Aquarellen und entdeckte das Material Seide für mich.
Dann kehrte eine längere Pause von ca. 10 Jahren ein, in der ich mich verstärkt beruflich weiterbildete: Externistenmatura, Ausbildung zur Praxis/Didaktiklehrerin, Supervisionsfortbildung etc.
2001 wurde der Impuls zu malen wieder stärker, doch nun waren es Leinwände und Acrylfarben, die mich motivierten.
Nach dem Pilgern am Jakobsweg drängten sich intensive Naturerlebnisse, aber auch Erkenntnisse, Wahrnehmungen, Gefühle und intensive Farben in den Vordergrund meiner Malerei.
Kraftvolle Farben wie ROT, ORANGE, GELB zogen mich magnetisch an und es entstanden meine "Energie - u. Seelenbilder".
2003 als ich mein 1. Buch über den österreichischen Jakobsweg präsentieren wollte, verband ich dies um auch meine Bilder das erste Mal der Öffentlichkeit vorzustellen.
So organisierte ich meine 1. Ausstellung im Salon des Hotels Altstadt im 7. Bezirk im November 2003.
Der Tod meines Sohnes kurz danach, nahm mir diese Ausdrucksmöglichkeit für einige Monate, denn ich war nicht fähig zu malen.
Ich brauchte meine vorhandene Kraft für andere notwendige Erledigungen.
Zehn Tage vor seinem Tod malte ich ein Bild, das klar vor meinen Augen stand: eine Seele die empor zum Licht steigt - und sich mir richtig aufdrängt.
Eine Vorahnung?
Nach 3 sehr schwierigen Monaten, drängte meine Trauer, Verzweiflung nach außen und ich malte über einige Wochen an dem Bild "Verzweiflung" und verarbeitete dabei die Ereignisse, den Schmerz und die Unfassbarkeit, bis hin zur Annahme dieser unglaublichen Tatsache, dass mein einziges Kind nicht mehr lebt.
Nach Abschluss dieses Bildes, hatte ich das Gefühl, dass ich ein schwieriges, aber doch wichtiges Stück Trauerarbeit geleistet hatte und neue Bilder sprudelten hervor.
Der nächste Schritt war die Präsentation meiner Bilder in der Ausstellung der Liesinger Künstlerwerkstatt (www.lik.at.tc)
Ende November. Dort traf ich interessierte KünstlerkollegInnen und im März
2004 gründeten wir den Kunstverein ART23 (www.art23.at.tc), der
mittlerweile über 20 KünstlerInnen vereinigt.
Seit 2005 finden sich meine Bilder auf der internationalen
KünstlerInnenplattform:www.artoffer.com/SiedlGerda