Die Geschichte des Jakobsweg


Der Jakobsweg ist ein ca. tausend Jahre alter Pilgerweg und führt zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Nordwestspanien, Galizien Halb Europa machte sich auf den „Sternenweg“ und schon im Mittelalter kam es zur Hochblüte der Wallfahrten nach Santiago. Andere Ziele wie Jerusalem und Rom waren eher in Vergessenheit geraten.

Es sollen Hunderttausende gewesen sein, die aus unterschiedlichsten Gründen zu diesem Pilgermarsch aufbrachen. Es waren vom Fürsten bis zu den einfachsten Leuten, zu Pferd, mit Wagen, zu Fuß, Menschen die sich beschützt vom Hlg. Jakobus auf den Weg machten. Unter dem Zeichen der Muschel und im Geiste des Glaubens zogen sie freiwillig, als Danksagung oder als Sühne auf dem Pilgerweg bis zum Grab des Apostels. Die mühevolle und langwierige, mitunter auch gefährliche Pilgerfahrt wurde auch von den Großen dieser Zeit, wie König Ludwig VII., Franz von Assisi, die Heilige Brigitta von Schweden, auf sich genommen. Der mittelalterliche Pilger trug einen pelerinenartigen Mantel, mit dem er sich nächtens vor der Kälte schützte, und einen breitrandigen Hut. Weiters hatte er eine Pilgertasche, Sandalen und eine Kalebasse für das Wasser.

Alle Wege führen nach Santiago! Von allen europäischen Ländern von Osten nach Westen gab es Pilgerwege die zu den vier traditionellen Sammelpunkten in Frankreich führten. In Frankreich warten einfache Matratzenlager und in Spanien Pilgerherbergen, die gegen ein Spende benutzt werden können. Erste Übernachtungsmöglichkeiten im Mittelalter waren in Kirchen, später in Herbergen und Hospizen. In Österreich wurde in St.Christoph 1386 eigens eine Kapelle und ein Hospiz für Pilger gegründet, damit sie nach dem strapaziösen Aufstieg über die Arlberghöhe eine Möglichkeit zur Stärkung und Übernachtung fanden. In Österreich gibt es zwei Pilgerwege, die bis zur Anschlußstelle nach Maria Einsiedeln in der Schweiz führen. Der nördliche Weg führt von Wolfstal über Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck nach Feldkirch (den bin ich gegangen). Der südliche Weg führt von Graz über Marburg, Lavamünd, Villach, Lienz, Bruneck nach Innsbruck.

Von Österreich aus führt der Weg von Feldkirch (Vorarlberg) über Liechtenstein in die hügelige Ostschweiz bis nach Einsiedeln (hier trifft man auf den Weg der vom Bodensee her führt) und weiter zum Vierwaldstättersee. In der Schweiz gibt es viele Routen historischer Jakobswege. Ich bin dann durch die Zentralschweiz über den Brünigpass in das gebirgige Berner Oberland gepilgert und schließlich durch die Westschweiz bis nach Genf. Die herrliche Seen- und Bergwelt der Schweiz ist der Grund warum viele Pilger aus dem süddeutschen Raum diese Route wählten.

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Gegen Ende des 16. Jahrhunderts verlor der Jakobsweg als Wallfahrtsweg wieder an Bedeutung, aber ganz vergessen wurde er von den Pilgern nicht. Das Apostelgrab geriet in Vergessenheit, wurde auch aus Schutz vor möglichen Freibeutern versteckt. Erst 1897 wurden die Reliquien wiederentdeckt und vom Papst Leo den XIII. für echt befunden. Von nun an stieg der Strom der Pilger wieder stetig an und heute ist er für viele der Weg, den sie gehen um Selbstfindung und Wandlung zu erhoffen und auch zu erleben. Ich wage es zu behaupten, daß wer immer den Jakobsweg geht, nicht mehr als der/die selbe zurückkommt.

Viele Menschen entdecken heute den Jakobsweg als Weg zur Selbstbesinnung und um Ruhe und inneren Frieden zu finden. Im Jahre 2004 und 2010 werden es noch mehr sein, denn da fällt der Jakobustag - das ist der 25.Juli - auf einen Sonntag, dann feiert Santiago de Compostela ein Heiliges Jahr und viele Pilger aus Europa und darüber hinaus, werden sich in der Kathedrale versammeln.

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